#129 Rätselhafte Hunde-Befunde - Tierpathologin berichtet

Shownotes

In dieser Woche geht's um ein sehr spannendes und gleichzeitig emotionales Thema: Mareike hat nämlich eine Tierpathologin zu Gast. Theresa untersucht in ihrem Job die Ursachen und den Verlauf von Krankheiten - aber eben erst nachdem die Tiere gestorben sind.

In der Folge erzählt sie, wie sie zu ihrem ungewöhnlichen Job in der Tierpathologie gekommen ist, warum der so wichtig ist, um tierische Krankheiten behandeln zu können und wie sie es schafft, dabei stets positiv zu bleiben.

Das Positivbleiben klappt unter anderem durch ihren zweiten Job, der auch mit Tieren zu tun hat: Theresa arbeitet nämlich nebenbei als Hundetrainerin in Lizas Hundeschule. Und da ist niemand anderes als Mareikes Schäferhündin Taylor ihre Schülerin. In der Folge geht's also auch ein wenig um Taylors Trainings-Fortschritte, die sich wirklich sehen lassen können.

Hört auf jeden Fall rein in die Folge, um zu erfahren, wie Theresa bei ihrer Arbeit einen seltenen Hunde-Gendefekt entdeckt hat, worauf ihr achten solltet, damit euer Vierbeiner schön gesund bleibt und warum die Tierpathologie zu Unrecht negativ konnotiert ist.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Hunde, Hunde, Profitipps vom Hundecoach.

00:00:06: Ihr Lieben, es ist wieder Mittwoch.

00:00:08: Und das bedeutet, wir haben natürlich eine neue Hunderunde für euch.

00:00:11: Und ja, Lisa, moin, macht Fortschritte, würde ich sagen, alles im Rahmen.

00:00:17: Ich soll auf jeden Fall ausrichten,

00:00:19: dass es eher den Umständen entsprechend geht,

00:00:21: ihr ein bisschen langweilig ist.

00:00:23: Aber sie sich natürlich gut erholen muss und eben deswegen auch

00:00:26: ein bisschen Ruhe braucht, haben wir euch auch schon angekündigt.

00:00:29: Und deshalb habe ich mir heute einen ganz besonderen Gast eingeladen.

00:00:34: Es ist ein bisschen, für mich könnte es jetzt unangenehm werden.

00:00:39: (Lachen)

00:00:41: Denn ich habe tatsächlich "Taylas-Hundetrainerin" dazu geholt.

00:00:45: Das ist die liebe Teresa, schön, dass du da bist.

00:00:48: Hallo.

00:00:49: Teresa arbeitet nämlich bei Lisa in der Hundeschule als Hundetrainerin

00:00:53: und hat natürlich die ganzen Kurse gerade auch von Lisa am Start

00:00:58: und ist eigentlich voll auch mit Hundeschule, ne?

00:01:02: Ja, da ist viel los gerade bei mir.

00:01:04: Aber man tut, was man kann, sag ich jetzt mal.

00:01:07: Man tut, was man kann, ja.

00:01:09: Und eben, Teresa ist auch "Taylas-Hundetrainerin".

00:01:12: Also, Teresa kennt Taylor aus dem FF.

00:01:14: Wahrscheinlich besser ... Nee, nicht besser als ich.

00:01:17: Aber schon auch sehr, sehr gut.

00:01:19: (Lachen)

00:01:21: Aber ich habe diese Woche, Lisa und ich haben diese Woche

00:01:24: ja auch eine Folge aufgezeichnet.

00:01:26: Und das hatte ich Lisa auch schon erzählt.

00:01:28: Weil ich war tatsächlich sehr stolz, wie du auch weißt,

00:01:31: war mir beim letzten Mal Hundeschule nicht da,

00:01:34: weil meine Mama Geburtstag gefeiert hat, der 60.

00:01:36: Und es waren ganz viele Leute da.

00:01:38: Und ... Taylor hat tatsächlich es hinbekommen.

00:01:43: Also, wir haben den Anfang so gemacht, dass sie oben war,

00:01:46: dass sie diese ganzen Größungssituation nicht mitkriegt,

00:01:49: weil du kennst sie, sie würde das nicht packen.

00:01:51: Das wäre sehr anstrengend für sie.

00:01:53: Weil sie halt überall hinwollen und so weiter und sofort.

00:01:56: Also, haben wir gesagt, okay, komm, wir bleiben oben mit ihr.

00:01:59: Und dann lassen wir die erst mal ankommen.

00:02:01: Und dann haben wir auch erst mal gegessen und so,

00:02:04: dass sie auch merkt, wenn so viele Leute da unten sind,

00:02:07: das juckt sie gar nicht.

00:02:08: Hat sie Gott sei Dank auch überhaupt nicht gejuckt tatsächlich.

00:02:11: Also, sie hat irgendwie einmal bei der Klingel mal gebellt oder so was.

00:02:14: Aber war eher, glaub ich, so ein ...

00:02:16: Was ist jetzt hier los?

00:02:18: Aber okay, dann sind wir jetzt halt Leute.

00:02:20: Ja, und dann sind wir mit ihr spazieren gegangen.

00:02:23: Muss so 20, 30, irgendwie Viertel vor, irgendwie so gewesen sein.

00:02:28: Und dann hab ich gesagt, ne, komm, zu meinem Freund,

00:02:31: komm, wir setzen uns auch in den Garten.

00:02:33: So bringt ja jetzt nicht.

00:02:35: Sie die ganze Zeit einfach nur oben zu lassen

00:02:37: und alleine oben lassen, würde sie auch doof finden.

00:02:39: Kann ich ja auch verstehen, wenn unten so viel Tarar ist, ne?

00:02:42: Und dann sind wir mit ihren Garten gegangen.

00:02:45: Und dann haben wir uns praktisch von Stunde zu Stunde

00:02:47: näher an die Terrasse genährt.

00:02:49: Und am Ende war es so, dass Taylor mitten auf der Terrasse

00:02:52: richtig eingepennt ist.

00:02:54: Aber so richtig.

00:02:55: Mitten zwischen den Leuten.

00:02:57: Und sie lacht da und hat gepennt.

00:02:59: Richtig gut. - Ja, ne?

00:03:02: Die Folge tatsächlich gestern gehört.

00:03:04: Ja, sehr gut, dann hätte ich sie ja gar nicht erzählen müssen.

00:03:08: Richtig stolz auf euch.

00:03:09: Also, ich kann mir das ja gut vorstellen.

00:03:11: Ich kenne Taylor jetzt ja auch schon eine Weile von Welpen an.

00:03:14: Und weiß, dass ihre Menschenliebe sehr, sehr groß ist.

00:03:17: Ihre Menschenliebe ist riesig, ja.

00:03:19: Und kann mir vorstellen, wie schwierig das auch für sie war.

00:03:23: Aber, ja, richtig, richtig gut, dass das so gut geklappt hat.

00:03:27: Hat sie wirklich gut gemacht, muss ich wirklich sagen.

00:03:30: Dafür hat sie jetzt in der Woche erst mal schön eine Bettdecke angefressen.

00:03:34: Na ja.

00:03:36: So ein Puppertee-Teil, ne?

00:03:38: Passiert. - Wir probieren noch mal so ein bisschen das aus,

00:03:41: was man im Welpenalter gemacht hat.

00:03:43: Ja, hab ich gestern ein Foto zugeschickt bekommen.

00:03:45: Kann ich dir auch zeigen. Warte.

00:03:48: Da dachte ich mir auch so, auch Taylor, das hatten wir doch alles schon.

00:03:52: Ja, so was wird's aber immer mal wiedergeben.

00:03:54: Oh ja, eine große Bettdecke.

00:03:59: Und da fehlt ein Stückchen.

00:04:01: Aber es ist noch da. - Es ist noch da.

00:04:04: Ich hab's nicht gefressen. - Nee, aber wahrscheinlich einfach.

00:04:07: Wahrscheinlich war ihr kurz langweilig und dann ...

00:04:10: Oh, sieht ja nett aus.

00:04:11: Ja. - Da schlafen immer meine Menschen drin.

00:04:14: Kann ich ja mal reinknabbern, ey.

00:04:16: Oh Gott, ey. - Hat 'ne bisschen lange Weile vielleicht.

00:04:19: Wohin mit sich, aber so was wird immer mal wiederkommen.

00:04:23: Man denkt, man hat's durch.

00:04:24: Ist halt Puppertee, ne? - Genau.

00:04:26: Ist halt Puppertee. Aber nee, das hat sich schon sehr toll gemacht.

00:04:30: Muss ich wirklich sagen, war ich sehr stolz auf sie.

00:04:33: Sehr schön. - Ja, bin ich auch immer noch ein bisschen.

00:04:36: Na klar. - Aber ...

00:04:37: Ich glaub, es sind halt immer diese Anfänge,

00:04:40: die bei ihr so 'n bisschen herausfordernd sind.

00:04:42: Aber wie Lisa ja auch in der Folge gesagt hat,

00:04:44: das ist 'n bisschen hebeliger. - Ja.

00:04:46: Und solange man damit umgehen kann, ist ja auch alles okay.

00:04:50: Genau, ihr wisst, wie ihr sie zu nehmen habt,

00:04:53: wie ihr ihr helfen könnt. - Ja.

00:04:55: Um da dann gut in so 'ne Situation auch reinzukommen.

00:04:59: Wie die Situation vielleicht auch für die Gäste angenehm ist.

00:05:02: Da muss man ja auch manchmal dran denken.

00:05:04: Ja, also, ne, natürlich kam mal eins, zwei zu ihr hin.

00:05:07: Und natürlich ist sie dann auch wieder aufgestanden

00:05:10: und wollte halt von denen natürlich gestreichelt werden so.

00:05:13: "Nee, Taylor, liest dich mal wieder hierhin."

00:05:16: "Hat sie denn dann auch sofort wieder gemacht?"

00:05:18: "Zu den Gästen gesagt, setz euch mal wieder hin."

00:05:21: "Die durften das schon stehenbleiben so."

00:05:24: "Aber war schon auch wichtig, dass sie dann nicht das bekommt,

00:05:27: was sie dann will in dem Moment, sondern dass sie hier merkt,

00:05:31: nee, heute ist hier mal einfach 'ne Ruhe angesagt."

00:05:33: Sehr gut. - Ja.

00:05:34: Und das hat sie gut gemeistert.

00:05:37: Und dann ja noch das Elfmeter schießen.

00:05:39: Das hat sie auch gut gemeistert.

00:05:41: Voller, die Waldfehl. - Ja.

00:05:43: Da wundert man sich, der manchmal doch ...

00:05:45: Ja, gut, also, mit Geräuschen, eben mit Geräuschen und so was,

00:05:49: wusste ich ja, hat sie ja eigentlich keine Probleme,

00:05:52: sondern kannst ja auch keine Ahnung, so ein Luftballon geht kaputt.

00:05:55: Und sie guckt einfach nur so, warum hast du das jetzt gemacht?

00:05:59: Was soll das? - Jetzt ist er kaputt.

00:06:01: Ich hätte doch mit dem doch spielen können.

00:06:03: Dann hätte man ihr erklären müssen,

00:06:05: du hättest auch ungefähr nur eine Sekunde mit ihm spielen können.

00:06:09: Da hat man doch gut ausgezahlt.

00:06:11: In dem Fall, ja, auf jeden Fall.

00:06:13: Aber du bist ja nicht nur Hundetrainerin, Theresa.

00:06:17: Du hast ja auch noch einen anderen Job,

00:06:20: einen Vollzeitjob, den du nebenbei machst.

00:06:23: Und vielleicht keine Trigger-Warnung.

00:06:26: Aber wir sprechen heute über ein bisschen ernsthafteres Thema.

00:06:31: Und wir beschäftigen uns, am Ende muss man auch so deutlich sagen,

00:06:35: eben mit dem Tod des Hundes.

00:06:37: Denn du bist Hundepatologin.

00:06:40: Ja, genau. Also nicht nur Hundepatologin,

00:06:42: sondern also allgemein Tierpatologin.

00:06:45: Aber ein großer Teil unserer Arbeit sind natürlich die Haustiere

00:06:50: und da vor allem Hund und Katze.

00:06:52: Aber grundsätzlich erst mal kommt zu uns jedes Tier.

00:06:57: Oder kann zu uns jedes Tier kommen.

00:07:00: Auch wichtig zu wissen natürlich.

00:07:03: Also, falls ihr gerade vielleicht irgendwie ein Todesfall,

00:07:07: Eures Hundes verdauen müsst oder so was,

00:07:09: dann ist vielleicht die Folge jetzt nicht unbedingt was für euch.

00:07:12: Dann überspringt die einfach und hört euch die nächste Folge an.

00:07:15: Vielleicht ist es aber auch sehr interessant für euch.

00:07:18: Also macht das ein bisschen nach dem Bauchgefühl.

00:07:20: Ich glaube, wir werden da jetzt auch nicht allzu tief

00:07:23: in die Details einsteigen.

00:07:25: Aber natürlich ist es eben auch eine Folge,

00:07:29: die irgendwie keine Angst machen soll,

00:07:31: dass man sich einfach auch mal einen Einblick geben soll,

00:07:33: den ihr sonst vielleicht nicht so bekommen könntet,

00:07:36: wo man vielleicht auch so ein paar Aha-Momente kriegen kann.

00:07:39: Ich hoffe, dass du auch.

00:07:41: Sehr gut.

00:07:42: Ein bisschen was rumkommt, was man vielleicht noch nicht so gewusst hat.

00:07:46: Und worüber man sich vielleicht auch einfach noch keine Gedanken

00:07:49: gemacht hat, weil ganz viele Leute wissen gar nicht, dass das gibt.

00:07:52: Ja, so ging es mir auch, bis Lisa das vor,

00:07:55: ich glaube, vor einem Jahr oder sowas mal angesprochen hat.

00:07:59: Bei mir, hey, wir könnten ja auch mal eine Folge mit Theresa machen.

00:08:01: Die ist ja Pathologin, oder nicht so?

00:08:03: Pathologin? Willst du über Menschen reden?

00:08:06: Nee, nee, Hunde.

00:08:07: So, ah, okay, das gibt's auch für Tiere.

00:08:09: Ja, also ergibt natürlich irgendwie Sinn,

00:08:12: dachte ich mir dann auch.

00:08:13: Aber ich hab noch nie, wirklich noch nie mehr darüber Gedanken gemacht.

00:08:17: Ja, also ich mir schon natürlich.

00:08:20: Aber tatsächlich, also ich hab Tiermedizin studiert.

00:08:24: Also ich bin erst mal Primär-Tierärztin.

00:08:28: Da hab ich gelernt, kann ich jetzt mal so sagen.

00:08:30: Und hab aber schon, ja, während dem Studium irgendwie gemerkt,

00:08:35: dass mir so die klassische Praxis,

00:08:38: das, was wir vielleicht auch jetzt von Ihnen erkennen,

00:08:41: irgendwie nicht so ganz liegt.

00:08:43: Also das find ich schon spannend.

00:08:45: Und das gehört natürlich zum Studium dazu,

00:08:49: das ist der größte Teil, was wir so lernen.

00:08:51: Aber ich hab irgendwie gedacht, ich will noch ein bisschen mehr,

00:08:55: tiefer reingehen, mehr ins Detail gehen,

00:08:57: ein bisschen dahinter gucken.

00:08:59: Was steckt dahinter, was steckt hinter den Krankheiten?

00:09:02: Und ja, was passiert da auch im Tier?

00:09:06: Und ja, hab dann schon im Studium über diverse Praktika gemerkt,

00:09:11: dass ich das einfach wirklich super, super spannend finde.

00:09:15: Es ist für mich eben noch so ein bisschen

00:09:17: ein umfassenderer Blick aufs Tier.

00:09:20: In dem Fall auf Hund und Katze vor allem.

00:09:22: Eben, um da zu gucken, ja, was ist da los?

00:09:26: Was, warum ist das Tier zum Beispiel gestorben?

00:09:28: Ja, das glaube ich.

00:09:30: Also du bist im Prinzip dann ja auch so ein bisschen ...

00:09:35: Naja, Forschung dabei,

00:09:36: um vielleicht auch im Prinzip ja Krankheitsbilder besser verstehen zu können.

00:09:42: Oder warum die dann entstehen und so weiter und so fort.

00:09:44: Oder kann ich mir das so vorstellen?

00:09:47: Ja, auf jeden Fall.

00:09:48: Wir haben einmal, also ich arbeite ja an der TU, also an der Uni.

00:09:52: Und da ist Forschung einfach ein ganz, ganz großer Teil unserer Arbeit.

00:09:57: Das heißt, wir haben wirklich zum einen gezielte Forschungsprojekte,

00:10:01: auch Doktorarbeiten von, ja, Jüngeren und Kollegen,

00:10:05: die da wirklich gezielte Forschungsprojekte haben.

00:10:09: Aber, ja, wir forschen auch im Alltag quasi,

00:10:14: sowieso Feldstudien, kann ich jetzt mal sagen.

00:10:16: Das heißt, ja, wir haben da ein Tier, wir haben das untersucht.

00:10:21: Also in dem Fall natürlich ein totes Tier.

00:10:24: Wir haben das untersucht, haben vielleicht Veränderungen gefunden,

00:10:28: die wir vielleicht auch noch nicht so richtig zuordnen können.

00:10:32: Und dann gucken wir mal, wo kommt das her?

00:10:34: Und da kann es dann schon mal passieren.

00:10:36: Natürlich, Gott sei Dank, oder leider relativ selten,

00:10:39: aber es kommt immer mal wieder vor,

00:10:41: dass wir da wirklich ganz neue Krankheitserreger entdecken

00:10:45: oder neue Erkrankungen,

00:10:48: die man vielleicht vorher noch nicht so kannte.

00:10:50: Oder, die man vielleicht vor Menschen kannte

00:10:53: oder nur bei einer anderen Tierart.

00:10:55: Genau, also da sind wir immer auf der Suche nach Neuem,

00:10:58: um dann vielleicht natürlich auch damit anderen Tieren zu helfen.

00:11:02: Mhm, bei Pathologie-Denken wahrscheinlich viele erst mal von euch so an.

00:11:07: Krimis geht mir ähnlich auf jeden Fall.

00:11:09: So sieht dein Arbeitsalltag wahrscheinlich nicht aus,

00:11:12: weil so viele Hundekrimis gibt es jetzt wahrscheinlich nicht.

00:11:16: Ja, ganz, ganz selten.

00:11:17: Ehrlich? - Also wir haben tatsächlich manchmal Fälle,

00:11:21: wo dann auch Polizei und Staatsanwaltschaft irgendwie involviert ist.

00:11:25: Das ist aber wirklich selten der Fall, aber gibt's schon mal.

00:11:30: Aber bei uns ist wirklich eher der Alltag,

00:11:33: dass wir entweder von den Besitzern der Tiere beauftragt werden

00:11:37: oder auch manchmal von dem Tierärztin,

00:11:40: der Tiere, weil die sich vielleicht auch nicht erklären konnte,

00:11:43: was jetzt bei dem Tier so los war.

00:11:45: Ähm, ja, die uns dann mit der Untersuchung des Tieres beauftragen.

00:11:52: Aber ja, ganz ab und zu.

00:11:53: Ganz ab und zu kommt da auch mal ein Krimifall, aha, aha, aha.

00:11:57: Da kannst du wahrscheinlich nichts zu sagen,

00:11:59: weil wegen Polizei und Staatsanwaltschaft.

00:12:02: Konkrette Sachen kann ich da nicht erzählen.

00:12:04: Das ist aber tatsächlich, das kann ich vielleicht noch mal sagen,

00:12:07: der Teil in unserer Arbeit, der vielleicht ein bisschen belastend

00:12:11: und nicht so schön ist.

00:12:13: Weil da ja in der Regel, wenn die Polizei oder Staatsanwaltschaft

00:12:17: involviert sind, dass dann um Menschen geht,

00:12:20: die den Tieren irgendwie Schmerzen oder Leiden zugefügt haben.

00:12:26: Auf unterschiedlichste Art und Weise.

00:12:28: Aber ja, das sind die Fälle,

00:12:30: die man vielleicht nämlich auch zuerst senkt.

00:12:33: Weil im Beruf, wo man dann schon vielleicht mal durchatmen muss

00:12:37: und sagen muss, das ist jetzt irgendwie nicht so schön.

00:12:41: Man muss ein bisschen schlucken, wahrscheinlich.

00:12:43: Magst du mal so einen normalen Arbeitstag beschreiben?

00:12:47: Wir müssen uns das vorstellen, wenn du da hinkommst.

00:12:50: Genau, also wenn ich da hinkomme,

00:12:52: dann, also ich hab nicht jede Woche wirklich diesen Diagnostikdienst,

00:12:57: sondern ich mach auch ganz viel Schreibtischarbeit.

00:13:00: Aber wenn ich diesen Diagnostikdienst hab,

00:13:03: dann komm ich da morgens um 7.30 Uhr an.

00:13:07: Und dann gibt's erst mal unsere Frühbesprechung.

00:13:10: Das heißt, wir sitzen mit allen Kollegen,

00:13:13: die in dieser Woche eben diesen Dienst haben,

00:13:16: zusammen und besprechen einmal, was liegt an.

00:13:19: Haben wir schon Fälle für den Tag.

00:13:21: Besprechen auch ein bisschen so die Fälle aus den Tagen davor.

00:13:25: Und ja, wenn wir schon Fälle haben, besprechen wir deren Vorberichte

00:13:30: und auch, was wir vielleicht dabei achten.

00:13:32: Genau, und dann geht's eigentlich schon in die Sektionshalle tatsächlich.

00:13:37: Ja, dann gucken wir uns immer erst mal die Tiere von außen an.

00:13:40: Was ist hier überhaupt? Wir müssen die Tiere identifizieren.

00:13:44: Das ist ja auch ein ganz wichtiger Punkt.

00:13:47: Gerade bei Rund und Katze, wenn die zum Beispiel einen Chip haben,

00:13:51: ist das ja tatsächlich sehr einfach.

00:13:53: Dann nehmen wir das Chip-Auslesegerät und lesen das einmal aus,

00:13:57: schreiben das auf und vergleichen das mit den Angaben,

00:14:00: die wir hoffentlich vom Besitzer bekommen haben.

00:14:03: Wir müssen schon sagen, dass das Tier, was wir hier untersuchen sollen,

00:14:08: ist auch das richtige Tier.

00:14:10: Das ist vor allem auch für Versicherungsfälle ganz wichtig.

00:14:14: Genau, und dann gucken wir uns das einmal von außen an,

00:14:17: was da so los ist.

00:14:19: Und dann geht es tatsächlich auch schon daran,

00:14:22: das Tier quasi auseinanderzunehmen.

00:14:24: Also, wir gucken halt doch wirklich rein.

00:14:27: Das heißt, wir schneiden das einmal auf.

00:14:29: Und dann holen wir auch die einzelnen Organe raus.

00:14:33: Damit wir wirklich alles uns angucken können.

00:14:35: Und dann gucken wir uns das an und suchen halt nach Veränderungen im Grunde.

00:14:40: Ja, dann besprechen wir das auch immer noch mit einem erfahreneren

00:14:45: Kollegen, einem erfahreneren Pathologen.

00:14:47: Diktieren das dann auch alles, also ein bisschen wie hier die Aufnahme.

00:14:51: Und so wie man das tatsächlich auch aus dem Fernsehen kennt.

00:14:54: Ich würde grad sagen, ist es schon ähnlich eigentlich so, ne?

00:14:58: Wir haben dann so ein Diktiergerät

00:15:00: und dann alle unsere Befunde da einmal auf.

00:15:03: Und dann nehmen wir auch noch Proben von, ja, ich kann einfach grob sagen,

00:15:08: so jedem Organ, auf jeden Fall allen Veränderten,

00:15:11: aber eigentlich immer so ein ganzes Organspektrum,

00:15:13: die wir dann hinterher unter Mikroskop noch untersuchen.

00:15:17: Das ist halt auch ein ganz, ganz großer Teil unserer Arbeit.

00:15:20: Man denkt zwar mal erst so, wir nehmen die nur auseinander,

00:15:23: aber ein ganz großer Teil unserer Arbeit ist dann am Mikroskop,

00:15:27: wo wir uns das Ganze dann genauer angucken können,

00:15:30: ganz viele Veränderungen in den Organen können wir auch erst

00:15:33: unter Mikroskop sehen, das können wir mit dem bloßen Auge so gar nicht sehen.

00:15:38: Und ja, dann hoffen wir, dass wir entweder eben schon

00:15:44: bei der Untersuchung in der Sektionshalle oder dann eben

00:15:47: unter dem Mikroskop entsprechende Veränderungen finden,

00:15:51: dass wir irgendwie den Fall oder ja,

00:15:55: das Krankheitsgeschehen rekonstruieren können.

00:15:58: Ja. - Dann schreiben wir natürlich auch noch ein Bericht dazu.

00:16:01: Ja, jetzt kann ich mir vorstellen,

00:16:03: dass sich vielleicht der ein oder andere von euch gerade irgendwie so denkt,

00:16:07: ja, aber warum nehmt ihr nicht einfach eine Blutprobe so?

00:16:10: Also warum muss das auch bei Tieren zu sein?

00:16:12: Was würdest du sagen, was für eine Bedeutung wird,

00:16:15: der Pathologie in der Tiermedizin zugeschrieben?

00:16:18: Hat ganz viele unterschiedliche Gründe,

00:16:20: dass ein Tier zu uns kommen kann.

00:16:23: Und einfach eine Blutprobe ist, ja, kann man machen,

00:16:27: aber in der Blutprobe kann man halt viele Veränderung,

00:16:30: viele Erkrankungen gar nicht sehen.

00:16:32: Oder wir haben zum Beispiel Veränderungen in den,

00:16:36: ich sag jetzt mal, Leberwerten.

00:16:38: Dann wissen wir, da stimmt was nicht in der Leber,

00:16:41: aber was genau in der Leber los ist, sieht man nicht.

00:16:44: Genau, also da kann man schon sagen,

00:16:46: oh, wir müssen uns die Leber noch mal genauer angucken.

00:16:49: Und dann, wenn wir zum Beispiel ins lebende Tier noch denken,

00:16:53: dann kann man da zum Beispiel aber auch eine Biopsy nehmen.

00:16:56: Also wir kriegen auch Proben von lebenden Tieren,

00:16:59: also nicht nur die toten Tiere,

00:17:01: um dann das uns unter dem Mikroskop anzugucken.

00:17:04: Und dann nehme ich vielleicht dem Tierarzt in der Praxis,

00:17:07: der die Probe in Norm hat, zu sagen, hey, da in der Leber,

00:17:11: das ist nur, in Anführungszeichen, eine Entzündung zum Beispiel,

00:17:14: die man gut behandeln kann.

00:17:16: Oder natürlich im schlimmsten Fall, dass wir sagen,

00:17:19: hey, das ist leider Krebs.

00:17:21: Mhm.

00:17:23: Müsste jetzt vielleicht mal gucken, ob man da noch was machen kann.

00:17:27: Aber es gibt auch zum Beispiel, wie wir haben gehört,

00:17:30: diese Kriminalfälle, wo es dann wirklich darum geht,

00:17:35: warum ist das Tier tot?

00:17:37: Oder ein Teil ist auch, das fällt jetzt nicht in die Hunde,

00:17:42: Katzenpatologie.

00:17:44: Aber zum Beispiel, wenn wir größere Tierbestände haben,

00:17:48: ich sag mal, Rinda zum Beispiel, oder mal die Schweine,

00:17:53: und da ist in diesem großen Tierbestand vielleicht eine Erkrankung,

00:17:57: man weiß aber nicht so genau, was ist da.

00:17:59: Dann kriegen wir da manchmal ein Tier zur Sektion,

00:18:02: dass wir dann sagen können, für den Rest der Herde,

00:18:05: hey, das ist das Problem, ihr müsst so behandeln.

00:18:10: Also ... - Ja, auch spontan.

00:18:12: Ja, wäre ich jetzt auch nicht draufgekommen,

00:18:14: aber gibt natürlich auch total viel Sinn, natürlich.

00:18:17: Ja, und wenn wir dann den Forschungsspekt noch mal mit reinnehmen,

00:18:21: was auch relativ viel zu uns kommt, sind dann so Zoo-Tiere tatsächlich,

00:18:27: wo man dann halt auch über die Gesundheit der Zoo-Tiere,

00:18:31: über Erkrankungen von eher ungewöhnlichen Tierarten,

00:18:35: ja, Überblick behalten möchte, was da so los ist

00:18:39: und was es da auch einfach so gibt.

00:18:41: Ist das häufig, dass Zoo-Tiere zu euch kommen?

00:18:43: Ja, tatsächlich, das relativ häufig.

00:18:46: Ja, gut, das ist natürlich auch immer ein besonderer Umstand, ne?

00:18:50: Also, so ist halt auch immer, auf der einen Seite findest du total schön.

00:18:54: Auf der anderen Seite muss man natürlich auch immer irgendwie sagen,

00:18:58: na ja, manchmal ein größeres Gehege wäre vielleicht auch nicht verkehrt.

00:19:02: Es ist immer so ein bisschen zwiegespalten.

00:19:04: Das ist in jedem Fall. - Ich bin auch großer Fan davon,

00:19:07: weil Artenschutz und so weiter ist, glaub ich, auch nicht verkehrt.

00:19:11: Aber, na ja, so ist es halt manchmal mit Dingen.

00:19:14: Man kann nicht nur für und nur dagegen sein, also ist ja auch okay.

00:19:18: Das stimmt, aber viele Zoos oder die meisten Zoos

00:19:21: werden ja tatsächlich so wissenschaftlich geführt.

00:19:24: Und deshalb interessiert es die halt auch,

00:19:26: gerade die Gesundheit der Tiere und was mit denen so los ist.

00:19:30: Und das haben, ja, kommen die, wenn sie verstorben sind,

00:19:33: dann leider zu uns.

00:19:34: Also, was war das kurioses Tier, was du schon mal hattest?

00:19:38: Oh, also, das will zu sagen, ich sag immer gerne,

00:19:42: vom Zwerg haben's da bis zum Elefanten, war alles dabei.

00:19:45: Und das ist tatsächlich so, das ist nicht gelogen.

00:19:48: Ehrlich, du hattest einen Elefanten schon? - Mhm.

00:19:50: Ja. - Das ist ja voll frezig.

00:19:53: Wie riesig ist eure Halle, bitte? - Nein, oh, ja.

00:19:57: Die Elefanten kommen tatsächlich nicht bis zu uns in die Halle.

00:20:02: Ja, ich war gerade so einig. - Unser Kran nicht stark genug ist.

00:20:06: Gut, die sind halt auch nicht ganz klein, Elefanten.

00:20:09: Ja, aber die liegen dann tatsächlich auf dem Boden.

00:20:12: Ja. - Sonst kommen wir da auch nicht dran.

00:20:14: Ja, natürlich. - Ja, aber ...

00:20:16: Also, die sind schon dann bei uns beortet.

00:20:18: Das ist jetzt nicht so, dass wir dahin fanden.

00:20:21: Ist es aufregend für dich, wenn du so 'n exotischer Restier hast?

00:20:25: Ja, am Anfang, ja.

00:20:27: Am Anfang auf jeden Fall.

00:20:29: Das sehen wir auch immer wieder bei unseren neuen Kollegen.

00:20:32: Die sind immer ganz aufgeregt,

00:20:34: wenn dann doch irgendwie 'n ungewöhnlicher Restier kommt.

00:20:37: Ich sag mal, in dem Moment, in dem man das aufgeschnitten hat,

00:20:41: dann wird's nicht mehr so aufregend, natürlich immer noch spannend.

00:20:45: Wir lieben auch unseren Job, weil's einfach so spannend ist,

00:20:48: und auch spannend bleibt.

00:20:49: Aber von innen ist erst mal jedes Tier gleich.

00:20:53: Das stimmt nicht ganz, weil es gibt ja ...

00:20:55: Wiederkäuer und Fleischfresser und so, das nicht.

00:20:58: Aber der grundsätzliche Aufbau und die grundsätzlichen Vorgänge

00:21:02: im Körper sind tatsächlich bei jedem Tier eigentlich sehr ähnlich.

00:21:06: Das heißt, dann kommt doch so 'ne gewisse Routine mit rein.

00:21:09: Aber am Anfang, wenn das ein Tier ist,

00:21:12: was man vielleicht ehrlich gesagt auch noch nie gesehen hat,

00:21:15: oder ein Tiernamen, den man noch nie gehört hat,

00:21:18: dann geht uns auch so,

00:21:19: dann kann's durchaus sein, dass wir erst mal noch mal kurz

00:21:23: Dr. Google befragen oder zumindest die Bücher

00:21:26: und uns ein bisschen was anlesen über die Tierart erst mal ...

00:21:30: Ist ja auch nicht ganz unwichtig, ne?

00:21:32: Ja, eben, wir können ja auch nicht alles wissen.

00:21:35: Da gibt's schon manchmal auch Tierarten

00:21:37: mit auch so 'n bisschen anatomischen Besonderheiten,

00:21:40: die wir uns dann auch noch mal angucken müssen.

00:21:43: Abgefahren.

00:21:44: Also, ich stelle mir das ganz wild gerade vor in meinem Kopf,

00:21:47: und ich glaube, ich führe das nicht aus.

00:21:50: Aber gibt es denn Fälle, wo du sagst,

00:21:52: ja, das war richtig gut, dass wir danach geschaut haben?

00:21:55: Ja, da gibt's 'nen Fall.

00:21:57: Denn ich hab mich auch ein bisschen vorbereitet hier heute.

00:22:01: Sehr gut, ich bin stolz auf dich.

00:22:03: Und hab mir so überlegt, was ich hier erzählen könnte.

00:22:06: Und da ist mir ein Fall wieder eingefallen,

00:22:09: das ist schon ein paar Jahre her.

00:22:11: Da sind wir auch bei Hunden tatsächlich,

00:22:13: deshalb, das passt ganz gut.

00:22:15: Das waren mehrere Welpen.

00:22:18: Mhm. - Das waren Schnauzer-Welpen.

00:22:20: Die waren erst in der Tierklinik, in der Tio.

00:22:24: Und, ja, die hatten neurologische Probleme.

00:22:28: Und zwar so schlimm, dass dann tatsächlich ...

00:22:31: Also, es war ein ganzer Wurf.

00:22:33: Ich glaube, insgesamt sechs oder acht Welpen.

00:22:36: Und vier davon waren wirklich so schwer erkrankt,

00:22:39: dass sie dann leider eingeschlefert werden mussten.

00:22:41: Schon als kleine Welpen.

00:22:43: Und die kamen dann zu uns.

00:22:44: Ich kann mich da noch sehr genau erinnern.

00:22:47: Weil sie tatsächlich sehr, sehr niedlich waren.

00:22:50: Die waren in einem Alter, wo die wirklich ganz schrecklich niedlich werden.

00:22:54: Und das tut uns dann auch manchmal ein bisschen leid und bisschen weh,

00:22:58: wenn die dann bei uns landen.

00:23:00: Verständlich, verständlich.

00:23:02: Ein Baby-Tier sollte nicht sterben und sollte nicht bei uns landen.

00:23:06: Das ist schon so.

00:23:07: Und die haben wir dann untersucht.

00:23:09: Da haben wir auch in der Sektionshalle tatsächlich nicht so viel gefunden.

00:23:13: Das waren eigentlich relativ normale Welpen, haben wir so gesehen.

00:23:16: Und haben die dann eben auch unter dem Mikroskop untersucht.

00:23:21: Und haben dann da rausgefunden, dass die Missbildung im Gehirn haben.

00:23:27: Also, da waren die Zellen nicht richtig angeordnet.

00:23:32: Und ja, das war einfach nicht richtig ausgebildet im Gehirn.

00:23:35: Das hat man von außen nicht gesehen.

00:23:37: Und eben also alle vier hatten das, die waren auch aus einem Wurf.

00:23:41: Grundsätzlich, wenn das bei einem Welpen vorkommt,

00:23:44: dann denkt man ja schon irgendwie mal vielleicht an was Angeborenes.

00:23:48: Und gerade, wenn da mehrere Welpen von einem Wurf das haben.

00:23:52: Und dann haben wir tatsächlich mal ein bisschen Recherche betrieben.

00:23:57: Auch bei uns im Archiv geguckt.

00:23:58: Weil von dieser Züchterin gab es tatsächlich in den Jahren davor

00:24:03: immer mal wieder Welpen, die die uns geschickt hat.

00:24:06: Das heißt, das war eine sehr gewissenhafte Züchterin,

00:24:10: die wirklich ist auch nicht schön, aber es gibt es halt einfach mal,

00:24:13: dass bei so einem Wurf Welpen mal einer verstiebt oder so.

00:24:17: Und über die Jahre kamen immer, also das war ein Zeitraum von zehn Jahren.

00:24:22: Man muss jetzt nicht vorstellen,

00:24:24: dass die irgendwann dauernd ihre Welpen geschickt haben.

00:24:27: Aber immer mal wieder hatte die uns Welpen geschickt.

00:24:30: Und wir haben bei manchen was gefunden.

00:24:33: Manche waren tatsächlich auch tot geboren.

00:24:36: Und haben uns dann da rückblickend auch noch mal,

00:24:40: wir haben aus dem Archiv noch mal uns die Schnitte rausgeholt,

00:24:44: die wir unter dem Mikroskop angucken.

00:24:46: Und haben das noch mal angeguckt unter, ja, mit oder mit dem Wissen,

00:24:51: was wir jetzt hatten, nach was wir suchen.

00:24:53: Und haben tatsächlich bei manchen von denen

00:24:56: auch so ähnliche Veränderungen gefunden.

00:24:59: Und dann ist natürlich bei uns irgendwie so eine Alarmglocke losgegangen,

00:25:04: dass das vielleicht wirklich irgendwie was Genetisches

00:25:06: vielleicht auch sein könnte.

00:25:08: Weil so Züchter züchten ja häufig über eine Zeit lang immer wieder

00:25:12: mit den gleichen Tieren, beziehungsweise Tieren, die verwandt sind.

00:25:16: Weil die auch mit eigenen Nachzuchten zum Beispiel weiterzüchten.

00:25:20: Und dann haben wir da Proben genommen.

00:25:22: Und wir haben Kooperationspartner an der Uni Bern.

00:25:25: Und die haben da diese Proben von den Tieren genetisch untersucht.

00:25:30: Und haben mal geguckt, was ist da los?

00:25:33: Und haben auch dann, die Züchterin war ganz zoll,

00:25:35: hat da toll mitgearbeitet, hat auch dann Blutproben,

00:25:39: mit Blutproben von den noch lebenden Tieren.

00:25:42: Also von den Eltern-Tieren und aber auch von verwandten Tieren,

00:25:46: dann da zur Verfügung gestellt, mit eingeschickt.

00:25:50: Und dann wurde da tatsächlich ein Gendeffekt gefunden.

00:25:54: Den, der in der Schnauzerpopulation offensichtlich teilweise drin ist.

00:26:01: Und was wirklich richtig cool ist gegen diesen Gendeffekt,

00:26:05: kann man jetzt testen.

00:26:06: Das ist jetzt ein wirklich ... - Ernsthaft?

00:26:08: Ja, ein kommerziell verfügbarer Test.

00:26:11: Und das habt ihr rausgefunden? - Nicht wie alleine.

00:26:14: Natürlich. - Aber du warst mitbeteiligt.

00:26:16: Ja, tatsächlich war ich damit beteiligt, genau.

00:26:18: Also, das war so, finde ich, der Fall oder ja,

00:26:24: der mich wirklich auch Jahre danach noch ein bisschen mit stolz anfühlt,

00:26:29: muss man das sagen, wenn man da bei so was mitarbeiten kann.

00:26:32: Genau, da waren die Neurologen aus der TU auch noch mitbeteiligten,

00:26:37: eben die Kollegen in der Schweiz.

00:26:39: Und ja, jetzt hoffen wir, dass natürlich keine Schnauzerwelpen mehr

00:26:44: gezüchtet werden, die diesen Gendeffekt haben,

00:26:48: weil man eben dagegen testen kann.

00:26:50: Die Eltern-Tiere kann man ... - Abgefahren.

00:26:54: Abgefahren.

00:26:55: Aber das ist ja dann auch schon so ein bisschen so die ...

00:26:59: Die Nadel im Heuhaufen, das gucken wir manchmal, ne?

00:27:01: Ja, das war natürlich auch Glück, dass wir da was gefunden haben.

00:27:05: Und auch Glück, dass das offensichtlich nicht nur ein Zufall mal war,

00:27:11: sondern, ja, dass das dann wirklich einige Tiere da betroffen hat.

00:27:16: Ja, wirklich, das ist super, super spannend.

00:27:18: Ich finde aber auch toll, dass die Züchterin so toll mitgemacht hat.

00:27:22: Auf jeden Fall, also, die war da sehr hilfreich und auch ganz offen,

00:27:26: weil sie gesagt hat, sie möchte das ja auch nicht.

00:27:29: Das ist wirklich abgefahren.

00:27:30: Also, für mich ganz, ganz großartig, muss ich sagen.

00:27:34: Aber eben dafür, also so traurig ist dann wahrscheinlich es

00:27:38: und auch emotional, da so einen kleinen Hundewelpen zu haben,

00:27:41: um so schöner ist es dann doch, dass irgendwie da ein Sinn hinter war, ne?

00:27:45: Ja, auf jeden Fall.

00:27:46: Also, erleichtern ist vielleicht das falsche Wort,

00:27:49: aber gibt dem Ganzen eben so ein bisschen Sinn, ne?

00:27:52: Ja, ja.

00:27:53: Auch dafür, dass es jetzt ein Gentest gibt, also nicht schlecht.

00:27:57: Also, für mich sehr, sehr, sehr, sehr gut, muss ich sagen.

00:28:01: Ich bin sehr, ähm, sehr angetan von der Geschichte, auf jeden Fall.

00:28:05: Ja, also, das ist natürlich auch wirklich selten,

00:28:07: dass es wirklich so diese ganze Kette bis zu, ja,

00:28:11: irgendwie was kommerziell erhältlichem geht.

00:28:14: Also, das ist auch, also, das ist nicht bei uns, bei uns auch nicht alltag.

00:28:18: Ja, ja, das ist, glaube ich, also, das stellt man sich ja immer

00:28:21: in den ganzen Serien, das gibt es ja in den Serien auch immer so, ne?

00:28:25: Wenn ich mir die ganzen Arztserien immer angucke,

00:28:28: da wird ja auch geführt, jede Woche irgendwie ein neuer Impfstoff

00:28:31: entwickelt gegen irgendwas und was weiß ich alles.

00:28:34: Und die krankeste OP durchgeführt, die so noch keiner gemacht hat,

00:28:38: seit über, keine Ahnung, 30 Jahren, wird ja auch jedes Mal dann gemacht.

00:28:42: Aber so ist natürlich die Realität in der Regel auch nicht.

00:28:46: Was würdest du denn sagen, was sind so Vorurteile oder Missverständnisse,

00:28:51: mit denen ihr vielleicht konfrontiert seid?

00:28:53: Oh, ich glaube, das Erste ist tatsächlich mal was sehr Persönliches,

00:28:57: also Vorurteile uns gegenüber.

00:29:00: Wir werden häufig so als Freaks dargestellt

00:29:03: und wie kann man gerne mit Totentieren arbeiten?

00:29:08: Und ich kann sagen, also, meine Kollegen und ich,

00:29:11: wir machen das gerne, das ist so, weil das super interessant ist.

00:29:14: Und wie wir ihm gerade schon gesagt haben, da ist 'n Sinn dahinter.

00:29:17: Wir machen das ja nicht zum Spaß, weil wir Leichenfländerer sind.

00:29:21: Ja.

00:29:22: Aber da ist tatsächlich in der Öffentlichkeit,

00:29:26: sag ich jetzt mal, häufig, dass nicht so der Mensch dahinter gesehen wird

00:29:29: und eben der Grund, warum wir das machen.

00:29:32: Weil wir sind alles ganz normale Menschen.

00:29:34: Und wir sind, glaube ich, auch größtenteils sehr empathisch

00:29:39: und können auch trotzdem sowohl mit Menschen

00:29:44: als auch mit lebenden Tieren umgehen.

00:29:46: Ja, sie ist Hundetrainerin, also sie kann das.

00:29:49: Genau.

00:29:52: Das aber tatsächlich auch ein bisschen mein Ausgleich.

00:29:54: Verstehe ich.

00:29:55: Die lebenden Tiere, die Hunde.

00:29:58: Ja, ich glaub, das war es eigentlich so ein größtes Vorurteil,

00:30:03: den wir begegnen.

00:30:05: Und sonst halt einfach sehr viel Unwissen darüber,

00:30:08: was wir machen und wieso wir das machen.

00:30:11: Aber dagegen tun wir ja jetzt gerade was.

00:30:13: Eben, wir tun was dagegen, wir wollen ein bisschen aufklären heute.

00:30:17: Ich glaube auch, dass das 'ne sehr, sehr spannende Folge ist.

00:30:20: Also so bietet es mir auf jeden Fall.

00:30:22: Du hast es gerade angesprochen, dein Ausgleich, lebende Hunde.

00:30:26: Gabst du einen Punkt, wo du dich entschieden hast,

00:30:29: ich muss jetzt irgendwie noch Hundetrainerin werden.

00:30:32: Ich brauche irgendwie die ganzen wuscheligen Hunde um mich herum,

00:30:36: damit ich auch einfach mal hier wieder ein bisschen Abstand gewinnen kann.

00:30:41: Oder hatte das damit gar nichts zu tun?

00:30:43: Ich glaube, das hatte nicht wirklich was damit zu tun.

00:30:47: Das hatte eher ein bisschen was auch mit meinem eigenen Hund zu tun.

00:30:51: Also, ich hab ja die kleine Wilma, die ist mittlerweile sechs Jahre.

00:30:55: Die begleitet mich also schon eine Weile,

00:30:57: auch durch den Arbeitstag, sag ich jetzt mal.

00:31:00: Überhaupt bei uns auf der Arbeit gibt's tatsächlich auch sehr viele

00:31:03: lebende Hunde. - Ja, das ist so, glaub ich.

00:31:05: So dass wir uns unsere Dosis, lebende Tiere tatsächlich jeden Tag

00:31:10: in der Mittagspause oder mal nebenbei am Schreibtisch auch holen können.

00:31:16: Ja, tatsächlich, dass ich Hundetrainerin werden wollte,

00:31:20: das hat sich so ein bisschen langsam ergeben.

00:31:24: immer ganz viel Spaß daran, überhaupt im Hundetraining und habe dann irgendwann gemerkt, dass ich in den

00:31:29: Trainingsstunden, also bei Lisa, ich bin auch schon ganz lange bei Lisa in der Hundeschule,

00:31:34: immer mal geguckt habe, was die anderen so machen. Ich habe mich gar nicht so sehr auf

00:31:40: meinen und fokussiert, beziehungsweise die ist so ein kleiner Hundeschulenstreber, das heißt,

00:31:46: in den Stunden hat die immer alles super gut mitgemacht und ganz schnell verstanden, was nicht

00:31:51: heißt, dass es im Alltag auch so ist, aber das heißt, ich hatte da schon dann die Möglichkeit mal

00:31:56: bei den anderen zu gucken, wie das da so läuft und habe mich tatsächlich auch manchmal dann hinter

00:32:02: hier mit Lisa noch so unterhalten und Sachen, die mir aufgefallen sind, habe noch mal Sachen nachgefragt.

00:32:09: Also ich habe meine Doktorarbeit auch in der Patte gemacht und habe da sehr, sehr viel gearbeitet,

00:32:14: also ich habe da teilweise für meine Doktorarbeit sieben Tage die Woche gearbeitet und habe dann

00:32:22: irgendwann mal gesagt, wenn ich das mal fertig habe, dann suche ich mir mal ein Hobby beziehungsweise,

00:32:26: dann suche ich mir irgendwie mal noch was zusätzlich und habe das aber nie so richtig

00:32:32: konkretisiert und tatsächlich dann, als ich mit meiner Doktorarbeit fertig war, kam Lisa irgendwann

00:32:38: auf mich zu und hat gesagt, sag mal, willst du nicht, genau, also ich brauche hier irgendwie

00:32:44: Unterstützung und ich könnte mir das vorstellen und wäre das nicht was und ich habe zuerst gesagt,

00:32:49: nee, ich habe gesagt, nee, siehst du ja, warum? Ich solle, also, dafür habe ich auch keine Zeit

00:32:59: und dann habe ich nach Hause und habe mir das nochmal überlegt und habe auch mit meinem Partner

00:33:10: darüber gesprochen, ja, warum nicht? Genau was du gesagt hast, du hast jetzt die Zeit

00:33:16: bis fertig mit deiner Doktorarbeit, das wäre doch jetzt was und ich unterstütze dich da,

00:33:21: weil natürlich brauche ich da Unterstützung, ich brauche Unterstützung auch mit meinem Hund,

00:33:26: die kann ja auch, also Trainer-Hunde, wer auch schon ein paar mal von Lisa gehört, das sind nicht

00:33:31: die Urne, die jedes mal mit zur Stunde kommen und dann da bespaßt werden, das heißt, das war

00:33:36: auch am Anfang für meinen Freund viel Aufwand, auch einfach mitzumachen, mitzuziehen, keine gemütlichen

00:33:45: Frühstückesamstagmorgens mehr. Ne, genau, ja, und dann habe ich gesagt, ja, stimmt eigentlich,

00:33:52: warum nicht? Warum nicht? Und dann, jetzt hast du es auch schon einige Zeit. Ja, genau, dann habe

00:33:57: ich das einfach mal gemacht. Hast du einfach mal gemacht, ja? Das macht mir auch sehr viel Spaß,

00:34:01: es ist manchmal doch auch anstrengend, natürlich, wie du schon gesagt hast, ich habe ein Vollzeitjob

00:34:08: nebenbei, habe dabei auch mit meinem Chef von vorne rein drüber gesprochen, habe gesagt, ich

00:34:13: würde das gerne machen, wie sieht es aus, wer das in Ordnung und der hat da auch voll mitgezogen,

00:34:18: hat gesagt, na klar, macht das doch, das ist ja auch für alle irgendwie gut, wenn man noch so

00:34:24: ein Ausgleich hat, was anderes macht. Und ja, jetzt ist das tatsächlich auf der Grund, dass ich

00:34:30: pünktlich Feierabend mach im einen Job, um dann zum anderen Job quasi zu fahren, aber ja, macht

00:34:40: mir auch sehr viel Freude. Ja, das merkt man auch, also das kann ich schon auch wieder geben,

00:34:44: auf jeden Fall. Und lustigerweise ist Taylor großer Wilmer-Fan, aber Wilmer nicht so, also

00:34:49: sie haben sich ein bisschen angenehrend, aber Wilmer ist natürlich mit ihren sechs Jahren natürlich

00:34:56: und Taylor, als ich glaube das erste Mal, als sie gespielt haben, war Taylor knapp über ein

00:35:00: halbes Jahr roundabout, natürlich halt irgendwie ein bisschen noch, also wie ihr wisst, für ein

00:35:07: Schäferhund natürlich immer noch ein bisschen eher zurückhaltender komischerweise, aber natürlich

00:35:11: für so ein ganz klein Hund, trotzdem ein Schäferhund und natürlich ein Junghund, der vielleicht ein

00:35:17: bisschen, na ja, wilder ist vielleicht aber nicht das richtige Wort bei Taylor, aber unkoordinierter

00:35:22: spielt, sagen wir es mal so. Ja genau, Wilmer ist ja doch sehr erwachsen, was das spielen und

00:35:28: vor allem mit so Jungspunden angeht. Ja, Taylor möchte halt immer rennen, Taylor möchte immer

00:35:34: rennen. Ja, manchmal möchte Wilmer das auch, aber manchmal. Taylor ist jetzt nicht so die,

00:35:40: die sich auf dem Boden so rumkugelt mit anderen, so Taylor ist eher eine Rennmaus, so macht sie

00:35:47: auch mal, aber dann liegt sie auch meistens sehr schnell selber auf dem Rücken und sagt so,

00:35:51: ne jetzt auch, also können wir nicht wieder laufen. Naja, jetzt sind wir ein bisschen abgedriftet,

00:35:57: tatsächlich, wir wollten ja gar nicht so viel über Taylor reden, das können wir vielleicht

00:36:00: irgendwann noch anders noch mal machen, aber wie gehst du denn eigentlich mal mit den Emotionen

00:36:05: da um? Es gibt wahrscheinlich schon auch Tage, die ein bisschen härter sind, oder? Ja, also es gibt

00:36:11: Tage, habe ich ja eben auch schon mal angeschnitten, irgendwie Fälle, die uns nicht so leicht fallen

00:36:17: und wo wir dann auch mal, ja entweder kurz eine Pause machen oder wenn wir einfach dann mit dem

00:36:22: Fall fertig sind, vielleicht uns auch mal kurz raus setzen, mal durchatmen, wir sprechen viel darüber,

00:36:29: also wir sind ein ziemlich großes Team bei uns im Institut, das heißt man findet irgendwie immer

00:36:35: entweder jemanden, der so einen Fall schon mal selbst hatte, sowas schon mal selbst erlebt hat,

00:36:40: oder einfach jemanden, der das zumindest nachfühlen kann und dann sprechen wir darüber, aber ich muss

00:36:47: sagen, außer diese wenigen Fälle, die wirklich sehr belastend sind, können, also kann ich und

00:36:55: eigentlich auch meine Kollegen da sehr gut eigentlich mit umgehen, weil wir ja, wir lassen

00:37:00: das quasi wie diese, wie Ärzte das auch auf sagen, wir lassen das auf der Arbeit, wir lassen das in

00:37:05: der Sektionshalle und wenn wir da rausgehen, haben wir halt unser normales schönes Leben mit unseren

00:37:10: eigenen Hunden, sodass das eigentlich ja echt ganz gut geht, aber wenn man mal einen blöden Tag

00:37:17: hatte, dann darf man auch mal weinen, natürlich, also das, ja das kommt tatsächlich ganz, ganz selten

00:37:25: vor, aber kann mal passieren, kann mal passieren natürlich, ja also auf einer anderen Ebene natürlich

00:37:33: kann ich das aber auch so ein bisschen nachvollziehen, also ich war ja mal eine zeitlange Nachrichtensprecherin

00:37:37: und in einer Zeit, wo der Ukrainekrieg auch angefangen hat und ja du kühlst im Prinzip ein

00:37:46: bisschen ab oder du, du bist irgendwie, ja ja so, du bist im Prinzip dann in Anführungsstrichen

00:37:54: einer Arbeitsmaschine, auch wenn du ein Mensch bist natürlich in dem Moment, aber du musst ja

00:37:59: irgendwie diese Information, die du auch hast, vernünftig rüberbringen können und da kannst du

00:38:05: in dem Moment die eigenen Emotionen, die du vielleicht hast, gar nicht da reinlassen, so und

00:38:13: es gab dann auch eine Zeit, wo mir, wo es dann auch irgendwie mir auch ein bisschen zu viel wurde

00:38:18: tatsächlich mit diesen ganz schlimmen Bildern, weil ich meine, wir sind alle in der Zeit aufgewachsen,

00:38:23: wo es sowas nicht gab oder nicht so nah dran auf jeden Fall und da war es dann für mich auch so,

00:38:29: dass ich irgendwann gesagt habe so Moment mal Chef, ich brauche mal irgendwie eine Woche Pause,

00:38:33: ich muss jetzt hier mal alle Nachrichten-Apps und alle Nachrichtensender, die ich immer so habe,

00:38:38: muss ich mal kurz aus meinem, einfach mal weg, einfach mal weg, also von daher so ein bisschen auf

00:38:43: einer anderen Ebene kann ich das glaube ich auch so ein bisschen nachvollziehen und kann aber auch

00:38:48: sagen, dass man eben so ein bisschen ja ja abhärtet, aber nicht, dass man nicht empathisch ist oder

00:38:54: unemotional ist, sondern du funktionierst halt einfach in dem Moment, weil es dein Job ist

00:38:58: zu funktionieren. Ganz genau und was bei uns auch noch damit reinspielt ist, wir haben ja das nicht

00:39:06: jede Woche. Es ist ja nicht so, dass ich das jede Woche mache, sondern wir haben bei uns an der

00:39:11: Uni ja eben auch noch viele andere Aufgaben tatsächlich, also nicht nur der Teil, der wirklich

00:39:17: praktisch in der Sektionshalle ist, das heißt, das ist immer mal wieder, ein, zwei Wochen, also

00:39:23: schon regelmäßig, aber das ist nicht das, was ich jede, jede Woche immer mache. Das heißt,

00:39:29: ich sitze auch viel am Schreibtisch, wir machen ganz viel Lehre mit den Tiermedizinstudenten,

00:39:34: auch das gehört da dazu verschiedene Kurse und ja, dann eben auch noch der Part von der

00:39:45: Einsendungsdiagnostik, das was ich immer schon mal angesprochen habe, die Teile von den lebenden

00:39:51: Tieren, die wir auch untersuchen, da ist man emotional tatsächlich doch ein bisschen weiter

00:39:58: entfernt von den Tieren, da haben, kriegen wir zwar ein Zettel und da steht drauf diese,

00:40:03: sage ich mal, Hautstandse, das Stückchen von der Haut, das gehört jetzt zu Hund Waldi,

00:40:10: Waldi ist vielleicht aber auch schon 14 Jahre alt, das ist das, was wir dazu wissen, das heißt,

00:40:18: wir haben dazu kein Gesicht vom Besitzer, wir haben kein Gesicht zum Hund, ja, keine Geschichte

00:40:24: dazu, das heißt, da fällt einem das schon leichter und das ist halt auch ein ganz großer Teil unserer

00:40:30: Arbeit. Klar, man da manchmal auch Tage, wo man denkt, oh, das war heute kein guter Tag für die

00:40:37: Hundewelt, wenn man wirklich vielleicht viele auch schlimme Diagnosen machen musste an diesen

00:40:44: Proben, die wir bekommen haben, aber man kann halt auch wirklich da direkt einen großen Einfluss

00:40:51: darauf nehmen, wie es weitergeht. Was sind ja so häufige Befunde bei euch? Also an so Organen,

00:41:01: die wir bekommen? Na generell, alles, ich will alles wissen. Okay, häufige Befunde, ich fang mal

00:41:08: mit der Sektionshalle an, bei Hund und Katzen, der, ich würde sagen, häufigste Befund, den wir sehen,

00:41:13: ist leider, dass die zu dick sind. Das isthaft. Ja, das ist wirklich, also das haben viele Tiere, ganz,

00:41:22: ganz viele. Also gut, zu einem gewissen Grad wundert es mich auch nicht, weil ich glaube, die

00:41:27: allermeisten von uns würden es auch zugeben, ja, wir verwöhnen unsere Hunde. Also doch, das ist,

00:41:34: was wir leider sehr, sehr häufig sehen und das ist im Grunde ja auch schon eine Erkrankung,

00:41:41: also im Grund, so soll es nicht sein. Und dann muss man wirklich sagen, es ist ein bisschen unterschiedlich,

00:41:46: was für ein Tier habe ich hier, ist das ein älteres Tier oder ist das zum Beispiel eben entweder

00:41:53: Welpe, also wirklich jung Tier oder ein jung erwachsenes Tier. Bei den älteren Tieren ist es

00:41:59: halt schon leider ganz oft Krebs in unterschiedlichen Organen, die wir da finden. Bei den jüngeren Tieren

00:42:07: ist es tatsächlich eher mal dann eine Infektionskrankheit, also dass sie sich irgendwo an irgendwelchen

00:42:13: Bakterien oder Viren angesteckt haben und dann dadurch verstehen. Und bei den ganz kleinen,

00:42:21: das hatten wir ja gesagt, häufig auch irgendwelche angeborenen Erkrankungen, irgendwelche Missbildungen,

00:42:27: auch Herz-Missbildungen zum Beispiel, aber häufig ist das natürlich relativ. Wir kriegen ja nur die

00:42:33: Toten und die Kranken. Das spiegelt ja auch nicht die Realität wieder. Weil wenn du rausgehst,

00:42:41: siehst du ja schon die ganzen Lebenden wieder. Na klar, also das darf auch auf keinen Fall

00:42:47: jetzt so aufgefasst werden, als würde jeder Hund Krebs kriegen und bei jedem Wurf, Welpen,

00:42:55: welche Sterben. Also das natürlich überhaupt nicht. Wenn wir über die Organproben, also die

00:43:06: Einsendung sprechen, dann ist es auch ganz unterschiedlich. Also da sehen wir, würde ich sagen,

00:43:13: am häufigsten irgendwelche Harut-Tumoren. Ich glaube, das kennt auch jeder, der schon mal irgendwie

00:43:19: einen älteren Hund hatte, dass da mal irgendwo irgendwelche Knubbel entstehen und die werden ja

00:43:26: heutzutage, früher hat man da wahrscheinlich einfach gar nichts gemacht, aber heutzutage nimmt man

00:43:30: dir Gott sei Dank relativ schnell raus, gedacht, dem was das ist. Und dann gibt es unterschiedlichste

00:43:38: Arten, dann gibt es wirklich Knubbel, das ist überhaupt nicht schlimm. Zum Beispiel auch so

00:43:44: Lipome, ob du das schon mal gehört hast, Tumore aus Fettzellen. Ist das sowas wie so Grützbeutel?

00:43:52: Nein, die sind also unter der Haut, das haben ganz viele alte Hunde und das ist zum Beispiel was,

00:43:57: was eigentlich gar nicht schlimm ist, die können nur relativ groß werden. Nala hatte auch so was

00:44:03: von Lisa. Ja, das war auch ein Lipom und das wird dann, kann dann irgendwann so groß werden,

00:44:10: dass es halt wirklich stört, das ist dabei das Problem, aber das von den Tumorzellen aus,

00:44:18: da geht keine Gefahr von aus in dem Fall. Und was wir halt auch ziemlich häufig sehen,

00:44:23: deshalb sage ich das auch immer in der Hundeschule, wer eine Hündin hat, immer schön das Geseuge

00:44:28: durchtasten, sind Tumore im Geseuge bei den Hündin, die dann entnommen werden. Schon was,

00:44:36: was wir auch relativ häufig sehen, aber dann natürlich auch, wir sehen natürlich nur die

00:44:41: Kranken oder nicht. Ja, natürlich. Wenn wir sagen, dass es häufig heißt das trotzdem nicht,

00:44:48: dass sie da unten das bekommen. Nein, natürlich, natürlich. Aber ja, also ich erinnere mich noch

00:44:53: bei Dasgar tatsächlich, als sie relativ klein war, hat sie tatsächlich so ein, es war kein Tumor,

00:45:00: aber sie hat tatsächlich am Kopf so eine Beule gehabt und das war nämlich so ein Grützbeutel

00:45:04: tatsächlich. Und den haben wir dann aber auch entfernen lassen, weil wir dachten am Anfang,

00:45:08: okay, sie hat sich gestoßen, aber mal kriegen Hunde eigentlich auch so heftige Beulen, so irgendwie.

00:45:13: Und es war wirklich schon, ich glaube schon so, zwei, drei Zentimeter Durchmesser, also schon,

00:45:20: man hat die schon gesehen auf jeden Fall. Und sie hat aber gar keine Ansteigen gemacht,

00:45:26: irgendwie das irgendwie, weil es ja auch am Kopf war, dass da irgendwie irgendwas Neurologisches

00:45:29: wäre. Und dann war man natürlich auch beim Tierarzt, dann hat sie sich da auch schon mal so ein bisschen

00:45:33: natürlich drauf rumgefasst, das wird wahrscheinlich so ein Grützbeutel sein, haben sie dann entnommen

00:45:38: und dann war es auch so ein Grützbeutel oder sowas in der Art, keine Ahnung, aber auf jeden Fall,

00:45:43: Gott sei Dank, toll, toll, toll, nichts Schlimmes gewesen. Aber da dachten wir auch erst mal kurz so,

00:45:48: aha, warum hat sie da so eine Beule? Ja klar. Und dann ist natürlich immer gut, wenn man es rausnimmt

00:45:55: und wir das dann untersuchen dürfen, oftmals sagt man dann hinterher, na toll, hätte ich es nicht

00:46:01: rausnehmen müssen, wenn was Gutes bei rumkommt, aber das kann man halt von außen häufig nicht

00:46:07: sagen. Nee. Und deshalb also aus unserer Sicht alles raus, was da nicht hingehört. Mit Risa ganz

00:46:16: viele spannende Sachen zum Nachgucken hat. So ungefähr, nee, aber ja, damit wir dann hoffentlich

00:46:24: sagen können, das war nichts Schlimmes, das darf da sein oder dass man dann halt vielleicht auch

00:46:30: sagen muss, ja, da muss man jetzt irgendwie noch eine andere Behandlung anschließen. Hattest du schon

00:46:38: mal so eine ganz kuriosen Diagnose, also wo du gesagt hast, also das hätte ich einfach nie

00:46:43: erwartet? Ja, also so ein bisschen kurios. Also da haben wir auch eine Probe bekommen. Also bei uns

00:46:52: heißt das dann immer Umfangsvermehrung, also ein Knubbel in der Haut von einem Hund und wir

00:47:01: bekommen die dann und dann muss das ja irgendwie unter das Mikroskop kommen. Das heißt, wir schneiden

00:47:06: das zu. Das heißt, wir schneiden da Stückchen raus, die man dann in eine Kapsel packen kann,

00:47:11: wo man dann hinterher die Schnitte eben raus machen soll und ich schneide das so an und guckt

00:47:16: da rein und dann war da halt einfach ein Stückchen, ein Stock drin. Ein Stock? Ja, also so ein kleines

00:47:24: Stückchen von einem Stückchen quasi. Okay, crazy. Ja, da war einfach Holz drin, also das

00:47:29: hat man so gesehen. Das heißt, da hat sich der Hund wahrscheinlich wirklich irgendwie an irgendeiner

00:47:36: Spitzen an dem Spitzen aßt, vielleicht was auch im Zaun oder wie auch immer aufgespießt. Crazy. Kann

00:47:43: man sich vorstellen, tut auch weh und es tut sich ja unangenehm und es ist gut, dass es raus ist.

00:47:47: Ja. Aber ist natürlich auch, also für Tierarzt und Besitzer dann eigentlich eine schöne Diagnose,

00:47:54: weil... War nur ein Stück Holz. War nur ein Stück Holz. Man kann sich jetzt noch um die Entzündung

00:47:59: in dem Bereich kümmern und der Hund darf hoffentlich glücklich weiterleben, aber so was ist dann

00:48:06: schon überraschend, dass man so denkt, huch, damit habe ich jetzt irgendwie nicht gerechnet, weil

00:48:11: ja, wenn wir das anschneiden, ist da meistens kein Holz drin. Ja. Wie lange dauert das so so

00:48:18: grundsätzlich, bis ihr so eine Diagnose stellen könnt? Also es ist wahrscheinlich auch abhängig

00:48:22: natürlich vom, also ob ihr nur so eine Biopsy habt oder halt ein totes Tier. Genau, das ist

00:48:29: davon abhängig. Tatsächlich geht das bei uns ziemlich schnell. Also wenn wir nur diese Biopsy,

00:48:36: diese Organproben bekommen, dann dauert das in der Regel, wenn da kein Knochen drin ist,

00:48:42: weil Knochen müssen wir immer länger, also müssen wir auch chemisch bearbeiten, dass wir das

00:48:48: schneiden können, weil es einfach sonst so hart ist, aber sonst dauert das in der Regel so drei

00:48:53: Tage. Okay. Natürlich ohne die Post, also von dem Moment, dass es bei uns ankommt, zwei bis drei

00:49:00: Tage bis zu, es gibt den fertigen Befund dazu. Bei den Sektionsfällen kann das länger dauern und das

00:49:07: kann auch mal relativ lange dauern, gerade wenn wir manchmal machen wir noch weitere Untersuchungen

00:49:14: bzw. schicken nochmal Proben weg. Wenn wir zum Beispiel eine Infektionskrankheit verdächtigen,

00:49:19: dann gibt es dann zum Beispiel nochmal eine mikrobiologische Untersuchung und das kann dann

00:49:25: schon mal zwei, drei, vier Wochen dauern, bis wir da dann einen Befund haben. Ist aber auch noch schnell.

00:49:32: Also schon auch noch schnell. Ja, wir geben unser Best. Na sehr gut. Nichts anderes wollte ich da

00:49:40: hören. Ja, und ja, lange dauert immer alles, was irgendwie mit Knochen oder Zähnen zu tun hat,

00:49:46: weil das einfach, kann man sich vorstellen, hart ist und dann entsprechend bearbeitet werden muss.

00:49:51: Und dann dauert das schon mal deutlich länger. Hattet ihr auch schon mal so einen Fall gerade

00:49:58: jetzt, ich stelle mir also von Hunden weg, sondern so ein Fall, wo ihr irgendwie eine

00:50:02: Infektionskrankheit hattet und wo ihr dann sofort handeln musstet, weil da noch irgendwie eine Herde

00:50:06: mit dran war? Also es gibt ja in Deutschland so verschiedene Erkrankungen, die auch als

00:50:15: Tier-Sorchen zählen. Da gibt es auch welche, die muss man zum Beispiel melden oder anzeigen,

00:50:21: also beim Veterinäramt. Und das kommt tatsächlich relativ selten vor, dass wir so was haben,

00:50:29: wo wir auch für die Behörde irgendwie schnell handeln müssen. Aber zum Beispiel, wenn wir

00:50:36: Schweine untersuchen, gehen immer also regulär proben, zum Beispiel Schweinepässe, ist ja was,

00:50:42: was man jetzt vielleicht mal gehört hat. Oder für Mahl- und Clown-Solche wäre auch so eine

00:50:47: Erkrankung, dass wir da Proben immer regulär weg schicken, also nicht für Mahl- und Clown-Solche,

00:50:53: da gucken wir uns das vorher an, aber bei Schweinepässe schicken wir immer Proben zur Untersuchung

00:50:59: weg, um da auch so einen Überblick zu haben. Und das hatten wir, also seit ich arbeite,

00:51:03: da arbeite zum Beispiel überhaupt gar nicht. Aber es gibt schon mal Fälle, wo wir eben vom Vorbericht

00:51:11: her wissen, hey, da sind wirklich noch viele Tiere krank. Das heißt, dann wollen wir da halt gerne

00:51:17: auch schnell ein Ergebnis haben, dass wir schnell Proben weg schicken, um denen wirklich vielleicht

00:51:22: sagen zu können, hey, das ist dieser Infektionserreger, das ist dieses Bakterium, da könnt ihr mit diesem,

00:51:30: diesem, diesem Antibiotikum zum Beispiel behandeln. Das wird dann da auch immer direkt mitgetestet,

00:51:36: also so ein Resistenztest heißt das dann, welches Antibiotikum dann auch gegen diesen

00:51:41: Erreger wirkt. Da zum Beispiel Schafe oder Kühe erleben oder die Schweine, die wir dann, wo wir

00:51:49: dann schon vielleicht uns noch ein bisschen mehr beeilen, sagen wir so. Ja, wartet ihr auch schon mal

00:51:54: so ein ganz, ich stelle mir das auch wieder wie bei Menschen vor so einem ganz infektiösen Fall

00:52:01: eines Tieres, wo ihr euch auch so ganz besonders schützen musstet oder so? Ja, also das haben wir

00:52:06: immer mal wieder, dass wir Tiere dann, also in so einem kleineren Raum bei uns sitzieren und

00:52:14: dann ist das Separi. Zum Beispiel eine mögliche Erkrankung wäre eine Tuberkulose. Tuberkulose

00:52:21: können auch Tiere bekommen und das ist auch selten, aber wenn wir das vorberichtig schon wissen,

00:52:29: ist das, ich sage mal ganz nett, weil wir uns dann entsprechend schützen können. Also dann ziehen

00:52:33: wir zum Beispiel auch eine Maske auf. Es gibt aber auch manchmal, dass wir an ganz normal anfangen

00:52:38: mit so einer Sektion und dann sehen wir, wenn wir den Tierkörper eröffnen irgendwie, oh, das sieht

00:52:43: jetzt irgendwie nicht so schön aus, sag ich jetzt mal, das könnte in so eine Richtung gehen und

00:52:49: dann, wenn wir das sehen, dann so voraus und Schutzkleidung und dann gucken wir halt das auch

00:52:55: nicht. Leute, die da jetzt nichts zu suchen haben, darum laufen, also möglichst wenig Leute Kontakt

00:53:01: haben. Dann, wir arbeiten ja grundsätzlich nach gewissen hygienischen Standards. Das heißt,

00:53:06: eigentlich ist da grundsätzlich eine sehr geringe Gefahr, dass wir uns zum Beispiel auch irgendwie

00:53:12: damit anstecken, wenn wir vernünftig arbeiten, sag ich jetzt mal. Und bei uns in der Sektionshalle,

00:53:17: da gibt es zum Beispiel auch so eine Luftfilter und so eine hohe Luftwechselrate, so eine gute

00:53:21: Lüftung, dass da sowas ganz gut läuft. Das war auch übrigens während der Corona-Zeit ganz gut

00:53:29: bei uns. In der Sektionshalle konnte man tatsächlich relativ sicher arbeiten, auch mit anderen

00:53:34: Menschen. Es gibt aber auch mal, also das hatten wir, das war relativ am Anfang meiner Zeit,

00:53:41: in der Pato auch mal, das war eine Katze, bei der dann tatsächlich Tuberkulose festgestellt wurde,

00:53:48: aber erst dann auch durch weitere führende Untersuchungen. Das heißt, wir haben das quasi

00:53:53: erst rausgefunden, das war nicht mein Fall, aber erst rausgefunden, nachdem die ganze Sektion und

00:54:00: alles vorbei war. Und da war das dann tatsächlich so, dass unsere Kollegen, die wirklich direkt

00:54:06: mit dem Fall zu tun hatten, die mussten dann auch zum Gesundheitsamt und sich da einmal durchchecken

00:54:12: lassen, ob es für alle gut ausgegangen ist oder auch nicht. Aber das kann halt schon mal passieren,

00:54:18: also das ist sehr, sehr selten. Ja gut, ist ja auch Gott sei Dank bei uns in Deutschland, glaube

00:54:23: ich, generell einfach sehr, sehr selten. Es war tatsächlich ein Tier auch nicht aus Deutschland.

00:54:28: Ja gut, das merkt ihr wahrscheinlich auch, ob das, also habt ihr so Auslandstiere häufiger?

00:54:36: Oder wisst ihr das überhaupt? Nicht immer. Also manchmal wissen wir das schon, manchmal steht

00:54:42: das bei uns im Vorbericht. Hier war vielleicht noch gar nicht so lange in Deutschland. Das ist was,

00:54:48: was wir schon erfragen, wenn wir die Möglichkeit haben, mit dem Besitzer zu sprechen. Wenn wir

00:54:53: aber einfach ein ausgefülltes Formular quasi mit dazu bekommen, dann ist das jetzt nichts,

00:54:59: wo wir explizit zwingend nochmal danach fragen, aber es ist für uns schon nicht schlecht zu wissen,

00:55:05: einfach weil dann manche Verkrankungen vielleicht doch noch eher infrage kommt, als bei Tieren,

00:55:10: die nie in das Land verlassen haben. Aber ganz oft wissen wir das nicht,

00:55:15: ob das ein Rund aus dem Auslandstierschutz zum Beispiel ist. Jetzt machst du das ja auch schon

00:55:20: einige Jahre. Wie hat sich denn vielleicht auch so die Technik verändert? Nutzt ihr schon KI und

00:55:26: wenn ja, in welchem Rahmen? Ja, ich mach das schon ein paar Jahre. Wir bei uns verwenden keine KI. Es gibt

00:55:35: aber, also es gibt ein paar wissenschaftliche Veröffentlichungen auch und es kommt immer mehr

00:55:39: darüber, dass man KI nutzen kann, auch gerade bei der Auswertung von diesen mikroskopischen Runden.

00:55:46: Ich würde sagen bei diesen Bildern wahrscheinlich. Genau. Aber es ist halt wirklich noch sehr,

00:55:50: sehr fehleranfällig und wir machen das nicht. Bei uns arbeiten tatsächlich Menschen.

00:55:56: Krasseste Technik, die wir verwenden ist tatsächlich so ein Spracherkennungsprogramm. Also das heißt,

00:56:02: wir diktieren unsere Befunde quasi in den PC und dann wird es auch geschrieben. Also wir haben

00:56:09: einmal die Diktiergerät in der Sektionshalle. Da guckt immer noch mal ein Mensch mit drüber

00:56:14: über das, was wir diktieren und dann aber eben das Spracherkennungsprogramm, was uns direkt den

00:56:19: Text dann schreibt, den wir diktieren. Aber sonst sind wir da noch nicht so digital unterwegs.

00:56:27: Wie häufig habt ihr, sag ich mal, den normalen Besitzer in Anführungsstrichen, der sich bei euch

00:56:37: meldet, der irgendwie sagt so, hey, ich würde gern wissen, was mit meinem Tier war? Also bei den

00:56:43: Sektionsfällen, ganz, ganz häufig, das sind in der Regel die Besitzer, die uns die Tiere zumindest

00:56:49: bringen. Also manchmal im Anraten des Tierarztes. Aber manchmal denken die Besitzer ja zum Beispiel

00:56:56: auch, der Tierarzt hat was falsch gemacht. Das ist ja auch eine Fragestellung, die wir bekommen und

00:57:02: dann kommen sie deshalb zu uns. Bei den Einsendungen, wo wir die Organe bekommen, eigentlich so gut wie

00:57:08: nie, die kommen halt über den Tierarzt, irgendjemand hat das ja entnommen. Aber bei den Sektionsfällen

00:57:14: ist das schon der Fall und das ist häufig für die neuen Kollegen bei uns so ein bisschen eine

00:57:19: Überraschung, weil ganz viele sagen, ja, ich bin in die Patto, weil ich wollte nicht so viel mit den

00:57:24: Menschen zu tun. Und du hast so viel mit den Menschen. Genau. Und dann steht da der Besitzer, der

00:57:30: vielleicht auch sehr traurig ist und das kann man ja auch durchaus verstehen, wenn er seinen Hund

00:57:35: oder seine Katze da abgibt. Und da wollte ich mal wissen, die neuen Kollegen dann immer noch nicht

00:57:40: so richtig wohin mit sich. Aber also da wächst man auch rein. Und ja, da hat man dann schon auch mal

00:57:47: mit den Besitzern zu tun. Ja, klar. Irgendwie, man wächst auf jeden Fall mit seinen Aufgaben. Was

00:57:53: würdest du denn haltern generell so raten? Gibt es auch so, so, ja, so Voruntersuchungen irgendwie

00:58:00: ab einem gewissen Alter, wo man dann zum Beispiel, keine Ahnung, an Blutests auch schon gewisse Sachen

00:58:05: ausschließen kann, damit sie am Ende vielleicht nicht bei euch landen oder so. Das klingt auch

00:58:12: ganz böse gerade. Aber eh, na ja, gut, so ist es halt. Na ja, also ab einem gewissen Alter empfehlen,

00:58:20: ja, die Tierärzte so jährliche Checkups zu machen und dazu gehört ja in der Regel auch

00:58:26: eine Blutuntersuchung. Und da werden dann Blutwerte für Leber, Niere, Gehörn dazu. Das macht auf

00:58:33: jeden Fall Sinn, um das einfach im Blick zu haben, ob da alles Taco ist, ob da alles funktioniert,

00:58:38: so wie soll. Und dann, ja, für die Besitzer einfach selbst, dass die ihre Tiere gut im Blick haben,

00:58:44: was wir in der Hundeschule ja auch ab und zu mal machen, dass die ihre Tiere überall anfassen

00:58:49: können und auch das tun und dann wissen, was ist normal und was ist nicht normal. Also gerade mich

00:58:56: vorhin schon mal gesagt hat, dass Gesäuge mal durchtasten. Wenn man einen Rüden hat, auch das

00:59:00: klingt ein bisschen komisch, aber die Hoden da regelmäßig mal durchtasten, dass da auch auffällt,

00:59:05: wenn da was nicht mehr stimmt, wenn die zum Beispiel ungleich groß werden oder viel kleiner als

00:59:12: vorher werden. Das kann beim Hoden auch ein Problem sein. Genau, dass die wissen, wo ein Knobel sein

00:59:20: darf, wo keiner sein soll. Einfach, dass man seine Tiere gut im Blick hat und lieber, ich sage mal,

00:59:27: einmal mehr zum Tier als geht, als einmal zu spät. Und gerade auch, wenn irgendwo in der Hautenknobel

00:59:33: ist, solange das klein ist, lässt sich das häufig auch sehr einfach operieren, viel besser, als wenn

00:59:38: der Knobel super groß ist. Genau, also lieber da ein bisschen früher als später ein Auge drauf

00:59:47: haben oder einfach mal dem Tier als das zeigen, das heißt ja auch nicht, dass das direkt was

00:59:51: Schlimmes ist. Kann ja auch mal einfach nur eine Beule sein. Kann einfach nur eine Beule sein.

00:59:57: Genau, die Kopfgestoßen haben, das gibt es auch, tatsächlich. Also das gab es relativ häufig,

01:00:03: das gab es sehr tollpatschig tatsächlich. Die hast du ja nie kennengelernt, aber das gab es schon,

01:00:08: also das war auch immer sehr lustig. Die war wirklich, die war ein kleiner tollpatsch, die kleine

01:00:13: Mausie. Aber Taylor ist ein bisschen flinker unterwegs, was das angeht auf jeden Fall. Taylor

01:00:19: ist auf eine andere Art vielleicht ein bisschen verpeilt, aber was so Koordination angeht,

01:00:25: ist Taylor eigentlich ganz gut drauf, würde ich sagen. Ja, glaube auch. Doch, das kann sie schon

01:00:30: ganz gut. Und die ist ja so frech manchmal, gerade jetzt in der Pubertät, vor allem diskutiert sie

01:00:36: momentan so viel. Und das ist wirklich, also hast du ja in der Folge auch gehört, schon sehr,

01:00:41: sehr lustig, wenn sie dann wirklich da auch wirklich unterschiedliche Stimmenlagen an

01:00:45: Tag legt. Und man sich so denkt, wo kommt das her? Warum bist du so menschlich manchmal? Ja,

01:00:51: das ist ganz verrückt manchmal, das können wir vorstellen. Naja, hast du denn noch so ein Wunsch

01:00:59: vielleicht von der Gesellschaft, wie man damit umgehen soll mit dem Thema? Oder was du dir

01:01:05: generell für die Zukunft noch, für deine Zukunft, deine berufliche Zukunft wünschen würdest?

01:01:09: Ach, ich glaube, das ist eigentlich gerade alles auf einem ziemlich guten Weg. Also,

01:01:15: wir sehen das bei uns. Also, die Arbeit gerade, was diese Einsendungsdiagnostik angeht, wird immer

01:01:21: mehr. Also, das heißt, es werden immer mehr Knubbel bei und ja, Proben überhaupt bei Hunden

01:01:28: genommen, auch bei Katzen, anderen Tieren. Aber dass man da immer früher tatsächlich in die

01:01:36: Diagnostik geht, wissen wir, was da los ist. Also, das sehen wir jetzt schon. Und ich glaube,

01:01:41: das ist auch der richtige Weg, dass wir da einfach früh in die Diagnostik gehen und dann

01:01:46: vielleicht ja, noch was ausrichten können. Ja. Und noch lange was von unseren Tieren haben.

01:01:52: Oder dann vielleicht sogar ein Test entwickeln können. Genau. So, wie mit diesem Gendeffekt,

01:01:57: was ich immer noch großartig finde. Also, sehr, sehr schön, Theresa. Vielen,

01:02:01: vielen Dank, dass du heute da warst. Ich habe mich sehr gefreut. Ich hoffe,

01:02:05: ihr fandet die Folge auch so spannend und ich glaube, sie war gar nicht so schlimm. Also,

01:02:09: ich fand sie auf jeden Fall sehr, sehr spannend und hoffe, dass es euch auch so geht. Wenn es euch

01:02:13: gerade nicht so gut geht, dann fühlt euch auch mal ganz lieb gedrückt und ansonsten versprochen

01:02:18: die nächste Folge. Da geht es dann sicherlich nicht um die Tod von Hunden. Also, darauf könnt ihr

01:02:22: euch auf jeden Fall sehr schon mal freuen. Und wenn ihr noch Fragen habt, dann einfach gerne her damit,

01:02:27: gerne wieder bei Spotify unter die Folge oder einfach bei Instagram hundrunde Unterstrich-Podcast,

01:02:34: einfach her mit euren Fragen und dann freuen wir uns da drauf und dann sagen wir einfach mal bis

01:02:39: nächste Woche. Tschüss. Hunde Hunde. Eine Produktion von Antennen Niedersachsen.

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